Reisetagebuch Transarabien

Reisetagebuch: Transarabien Tour - Von Dubai nach Kreta

Salalah, 5.4.2019

xwolf

Heute früh legten wir in Salalah Port an. Der sehr große Industriehafen ist einige Kilometer außerhalb von Salalah gelegen und darf nicht zu Fuß durchwandert werden. Es wurde zwar ein Shuttle-Service zu den Hafentoren angeboten, aber auch dort würde man in einer Einöde stehen und mit dem Taxi weiter fahren müssen.

Anlegestelle der AIDAvita in Salalah Port

Ich hab so eine Art Shuttle-Tour in die Stadt genommen (Ausflug „Salalah auf eigene Faust“). Dabei wurde man inmitten der Stadt an einem Markt abgeliefert und hatte danach 3 Stunden zur freien Verfügung.

In Salalah soll es laut Info ja ein paar Museen geben, eine große Moschee und wenn man gut zu Fuß ist, kann man in den alten Teil wandern (ca 5 km!) und dort den alten kleinem Fischerhafen besichtigen.

Parkplatz am zentralen Markt Salalah

Ich nehme mal das Fazit vorweg:
Vergesst es. Nehmt irgendeine andere Tour. Lasst euch lieber stundenlang durch die Wüste zum Grab von Hiob fahren oder nutzt einen der Angebote an einem Hotelstrand abzuhängen.

Da heute auch Freitag war, waren die meisten Geschäfte geschlossen (Freitag gilt hier wie ein Sonntag) und die Moschee nur für Gebete offen.
Die Straßen der Stadt sind lang und weitgehend ungeschützt vor der Sonne.
Salalah ist auch nicht zentral gebaut, sondern zieht sich an der Küste entlang.

Blick von der AIDAvita auf Salalah

An die Strände kommt man aber von der Stadtmitte, bzw dem zentralen Markt nur schlecht, weil hier zum einen die Sultans Residenz im Wege ist, zum anderen Hotelanlagen, die auch eine ganze Breite einnehmen und ebenfalls kein Durchgang ermöglichen.

Wenn man sich Salalah antun will, sollte man sich daher entweder gleich zum alten Hafen fahren lassen oder aber man sollte es nur zum Shoppen tun – dann aber an einem moslemischen Arbeitstag.

Der Markt wiederum ist authentisch. Hier werden alle erdenklich Tiere geschlachtet und man kann dabei auch schon zusehen… Ähm. Ja. Angenehm.
Glücklicherweise besteht der Markt nicht nur aus diesem Teil. Auch ein Fisch- und ein Früchtemarkt schließen sich an.

Markthalle Salalah, Fischhalle

In ein kleineren Teil des Früchtemarkt finden sich auch Gewürze. Hier in dieser Welt der Gerüche riecht und spürt man tatsächlich, dass man im Orient ist.

Gewürz- und Obststand im zentralen Salalah Markt

Danach machte ich mich zu Fuß auf dem Weg in Richtung des Gold-Souks. Nachdem ich aber die ganze Strasse abgewandert war, aber die Mehrzahl der Geschäfte eben zu war, hatte ich auch schon 1 Kilometer hinter mir – nur in die falsche Richtung.

Geschäftshaus in Salalah

Trotzdem ging ich dann noch eine Parallelstrasse zurück um Richtung alten Hafen zu kommen – der ebensowenig ausgezeichnet war, wie als dass es unterwegs irgendwas spannendes gab.

Bananenstand in Salalah

Sieht man von Läden und Bananenständen ab.

Da es dann mit über 35 Grad dann doch etwas schwitzig wurde und ich vom alten Hafen dieselbe Strecke ja auch nochmal zurück wandern müssen, hab ich es dann doch irgendwann gelassen.

Und bin an einer Kreuzung mit einer kleineren aber eher luxuriösen Moschee zurück Richtung Markt marschiert.

Laut Karte hätte es an der Straße auch ein Nationalmuseum geben sollen. Gesehen hab ich davon Gleichwohl nichts. Nach einer Pause dort hab ich dann nochmal die Moschee besucht, die nur einen halben Kilometer entfernt war.
Leider konnte ich nicht hinein, da aufgrund des moslemischen Feiertags gerade zu einem Gebet gerufen wurde. Von außen konnte ich sie aber dennoch anschauen.

Moschee in Salalah

An den Bildern von Salalah wird der Aufbau der Stadt klar – viele freie Flächen, der neue Teil ist nicht eng bebaut. Und daher weite Wege zwischen allem.
Der Staat Oman hat offenbar auch viel Geld für Bauten und das Land an den Randflächen der Orte scheint nichts zu kosten, da es nur Wüste ist.
Die neuen Hochhäuser sehen durchweg modern und neu aus. Und laut Guide wäre es üblich, dass jede Familie mindestens ein, oft auch drei Autos hat.

Ich hab mal bei den Tour Guides die Anregung gemacht, dass man beim nächsten mal -in einem halben Jahr vielleicht – die Tour vielleicht etwas anders macht und als zentralen Abladepunkt nicht den Markt, sondern den Akten Hafen nimmt.
Vielleicht wird es ja aufgenommen.
Die Tour Guides haben aber auch bei der Ausflugspräsentation gewarnt, dass dieser Ausflug anstrengend sein könnte. Von daher kann man denen keinen Vorwurf machen. Aber vielleicht kann AIDA da ja trotzdem noch was optimieren.

Blick auf den Containerterminal von Salalah

Der Industriehafen von Salalah ist recht groß. Nicht weniger als 4 Containerschiffe können gleichzeitig beladen werden und dann ist der Hafen trotzdem nicht mal halb voll.
Wahrscheinlich werden hier viele Container aus dem asiatischen Raum umgeschlagen auf Schiffe, die durch den Suezkanal nach Europa fahren.
Wahrscheinlich sind in vielen dieser Container iPhones und andere Handys und Digitalprodukte aber auch Textilien und co, die billig in Fernost hergestellt wurden.

Dies sind die wirklichen Dreckschleudern der Meere. Denn gerade Containerschiffe verbrennen das Schweröl.
Es ist ein aberwitzig, wenn Leute gegen Kreuzfahrtschiffe stänkern, die durch Abgasreinigungssysteme und auch durch neue Antriebe im Vergleich zu den Containerschiffen eher wie E-Autos zu alten Diesel-LKWs mit polnischen Kennzeichen da stehen; diese Leute dann aber ihre erregten Kommentare auf IPhones oder Computer tippen, die sowohl als Ganzes, in ihren Teilen und ihren Rohstoffen mehrfach von vielen Containerschiffen über die Weltmeere hin und her geschippert wurden.

Hinzu kommen die Dimensionen: Nur 4% der Schiffe sind Kreuzfahrer.
Aber es ist halt einfach auf etwas zu schimpfen, was man selbst nicht nutzt.

Containerschiff bein Anlaufen des Umschlagplatzes von Salahah Port

Aber hat jemand schon über die Leute geschimpft, die nur um einige wenige Cents gegenüber europäischen Anbietern zu sparen sich Klebe- und Handyschutzfolien über Amazon aus China bestellen? Oder Leute, die sich bei Amazon und anderen Händlern dann andere Billigprodukte aus Asien bestellen?
Wie kommen diese Produkte wohl ins Land? Es gibt genau zwei Möglichkeiten und beide sind ökologisch mies: mit den Containerschiffen oder mit dem Flugzeug.

Nabu und co beklagen ja das in einen Kreuzfahrtschiff eine ganze Stadt unterwegs sei.
Jepp. Das ist der Fall. Es sind tatsächlich über 1000 Leute unterwegs. Bei den ganz großen Schiffen viele Tausend!

Aber: Wären diese Leute nicht unterwegs würden sie dann etwa keine Energie verbrauchen? Würden all diese mehrere tausend Menschen ihr Auto benutzen und an die Nordsee fahren, wie sähe die Ökobilanz denn dann aus? Oder wenn sie einfach zu Hause bleiben. Verbrauchen sie dann kein etwa Strom, Heizung, Essen? Und sind die in Summe genommen Stromanlagen der Stadtwerke, die Heizung, die Abwasserreinigung und co. dann ebenso effizient ausgelegt?

Wohl kaum.

Kurzum: selbst wenn alle Kreuzfahrtschiffe von heute auf morgen still gelegt werden würden: An den Problemen würde sich nichts ändern. Ganz im Gegenteil fehlen dann die Menschen, die auf die Reedereien Druck machen auf neue Technologien zu setzen. Nicht umsonst sind die neuen Kreuzfahrtschiffe inzwischen sauberer geworden: Flüssiggasantriebe, Hybride, etc. Diese Schiffsantriebe werden mit den Kreuzfahrern eingeführt, weil deren Kunden deutlich und laut danach verlangen.

Bei einer Amazon Bestellung hingegen hinterfragt niemand den Antrieb des Containerschiffs mit dem die Ware nach Europa kam. Und von den LKWs, welche die Ware von den Häfen in Rotterdamm, Hamburg, Bremen und co. durch ganz Europa fahren, reden wir dabei noch nicht einmal.

Ok, kurzer Exkurs.

Wenn man in einem Containerhafen liegt, sieht man diese Problematik und die Doppelmoral quasi vor der Nase. Ich denke, dass man dies durchaus mal ansprechen kann.

Die nächsten vier Tage werden Seetage sein. Da werde ich dann vielleicht etwas über das Schiff schreiben .

 

Weiter geht es hier: Dritter bis Sechster Seetag, 6. – 9.4.2019

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